The annual celebration of International Workers’ Day in Turin has become a set for organized protest of activists against the local Mayor Fassino (PD, Centre-Left): an episode which is particularly telling of the divide within the spectrum of left-wing forces in times of austerity, and of the tensions between the traditional, ritualized, forms of labour and the unanswered, dramatic demands of the new precarious and unprotected workforce.
Fassino was contested several times during the annual May 1st march, in which he was participating in his official quality as a mayor.
A first group of protesters (composed by members of collectives and activists from the squat Askatasuna) confronted Fassino at the opening of the march: they were attacked twice by anti-riot police. Four protesters from the Askatasuna squat were arrested (one of them was released shortly after the episode). The rally continued under police protection. A banger exploded during the clashes.
Während Sergio Marchionne in den USA als Chrysler-Chef Erfolge feiert, brennt es im heimischen Fiat-Stammwerk Mirafiori zu Turin. Seit Wochen kursieren Gerüchte, der Automobilbauer könnte infolge des starken Nachfragenrückgangs auf dem Heimmarkt Italien und in Europa zwei Produktionswerke schließen. Jetzt kommt eine weitere Hiobsbotschaft für die Turiner Mitarbeiter des größten italienischen Privatunternehmens hinzu. Marchionne überlegt offenbar eine Verlegung des Hauptquartiers von Turin nach Detroit, dem Sitz des US-Partners Chrysler. »Chrysler ist bereit, jederzeit Fiats Hauptquartier zu übernehmen. Wenn ich keine Hindernisse hätte, wäre das schon geschehen. Der einzige Weg, um mit den Italienern zu verhandeln, ist, den Hauptsitz zu verlegen und sagen: ›Ok, jetzt bin ich ein ausländischer Investor‹. So etwas würden sie begreifen«, sagte der Topmanager, der zu den italienischen Gewerkschaften ständig auf Konfrontationskurs ist.
No TAV: Großdemonstration und Repression
Der Protest gegen die Schnellzuglinie TAV zwischen Turin und Lyon dauert an. Am 25. Februar gab es eine erfolgreiche Demonstration mit zehntausenden Teilnehmenden. Doch bereits am Abend danach folgte ein gewaltsamer Polizeieinsatz, seither wechseln sich Widerstand und Repression weiter ab. Martina vom No TAV-Kommitee Turin und Mirko, No TAV-Aktivist aus Mailand, berichten über die Ereignisse.
25.2.2012, Turin, Bahnhof Porta Nuova
Nachdem die Demo im Susatal vollkommen entspannt verlaufen war (keine Bullen zu sehen), kam es im Anschluss im Turiner Bahnhof zu massiven Bullenübergriffen.
Eine Gruppe Demonstanten, die zur Weiterfahrt in einen Zug nach Mailand umsteigen wollten, wurden von einem massiven Aufgebot carabinieri aufgehalten und zeitweise eingekesselt. Angeblich ging es den Bullen um das Kontrollieren der Fahrkarten. Gegen die Schikane wurde Widerstand geleistet, die Knüppeltruppe reagierte mit massiver Gewalt. Zahlreiche Menschen (darunter auch unbeteiligte) wurden verprügelt, zwei (ein Bulle, ein Demonstrant) mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Weiteres Video:

Saturday 28 January 2012, two days after the police blitz in which 41 no-tav activists were arrested or subject to precautionary measures, the “no-tav” movement demonstrates in Turin against that judiciary action with a march of about 10 thousands persons.

Am gestrigen 26. Januar wurden im Morgengrauen landesweit koordinierte Razzien in Centri und Privatwohnungen durchgeführt. So sollten angeblich an den Auseinandersetzungen vom 3. Juli Beteiligte festgenommen werden, da sonst Flucht- oder Verdunkelungsgefahr bestehe. Insgesamt sind über 40 GenossInnen sowohl im Val di Susa als auch in Mailand, Turin, Genua, Rom, Padua und einer Vielzahl weiterer Städte betroffen. Einige sind alte Bekannte der Proteste, andere bisher nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Die Repression ist offensichtlich medienwirksam inszeniert und kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Streiks weite Teile Italiens (insbesondere im Süden, wo Sizilien in der letzten Woche von einer veritablen Sozialrevolte lahmgelegt wurde. Dort blockierten LKW-Fahrer, BäuerInnen, FischerInnen zusammen mit Studis, SchülerInnen und AktivistInnen fünf Tage lang Häfen, Straßen und eine Raffinerie) treffen und vieles auf einen neuen Aufschwung der Sozialproteste gegen die neoliberale Monti-Regierung hindeutet.
Auch aus der Industriestadt Turin wurden Protestkundgebungen von Studenten und Linksgewerkschaften gemeldet. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte griffen Studenten an, die vor der Filiale der Notenbank demonstrierten und eine Polizeisperre durchbrechen wollten. Zu Auseinandersetzungen kam es auch in Mailand. Sicherheitskräfte hinderten die Demonstranten mit Knüppelschlägen daran, die elitäre Wirtschaftsuniversität »Bocconi« zu erreichen, die Monti bisher als Präsident geführt hatte.

Proteste, Straßenkämpfe, Barrikaden: Tausende Bürger protestieren gegen 2.000 Polizisten, die mit Gewalt eine Bahnhofsbaustelle verteidigen. Es kommt zu Kämpfen. Die Polizei setzt Tränengas ein. Die Demonstranten antworten mit Steinen, Knallkörpern, Stühlen – oder werfen jeden beliebigen anderen Gegenstand, den sie finden können.
No TAV!
No TAV!
Auch in Bologna und in Turin spürt die Opposition Rückenwind. In der Fiat-Hauptstadt Turin schaffte ihr Kandidat Piero Fassino beim ersten Wahlgang den Sprung in den Gemeinderat. In Bologna, einer Hochburg der Linken, siegte die Opposition bei der ersten Wahlrunde. »Wir werden bei den Stichwahlen Mailand erobern. Das wird die Krise der Regierung Berlusconi bis zum Bruch verschärfen. In Italien beginnt jetzt eine neue politische Phase«, prophezeite der Chef der Demokratischen Partei, Pierluigi Bersani. »Die Ära Berlusconi geht ihrem Ende zu. Die Italiener haben begriffen, daß die Zeit für eine politische Wende gekommen ist«, kommentierte der Präsident der Oppositionspartei »Italien der Werte«, Felice Belisario. Berlusconi muß aber auch den Unmut seines Verbündeten, der rassistischen Regierungspartei Lega Nord, hinnehmen. Die Partei von Umberto Bossi führt ihren starken Stimmenrückgang in Mailand und in anderen oberitalienischen Städten auf ihre trotz ständiger Skandale fortgesetzte Allianz mit Berlusconi zurück.
Für den Premier sind die Wahlen, die drei Jahre nach seinem Amtsantritt stattfinden, ein wichtiger Test. Nach der Affäre mit der minderjährigen Nachtklubtänzerin Ruby, dem Kampf um die Konsolidierung seiner wackeligen Mehrheit und dem Streit mit der Lega Nord um Italiens Libyen-Einsatz befürchtet Berlusconi deutliche Einbrüche für seine Rechtspartei »Volk der Freiheit« (PdL). Besonders unter Druck gerät die Partei des Premiers in Norditalien, wo sie sich mit der Konkurrenz des Bündnispartners Lega Nord auseinandersetzen muß. Diese strebt danach, in »Padanien« zur stärksten Einzelpartei aufzurücken. Seit Jahren segelt die Partei von Umberto Bossi auf Erfolgskurs. Hatte sie bei den Parlamentswahlen im Jahr 2008 noch 17,2 Prozent der Stimmen erobert, so kletterte dieser Prozentsatz bei den Europawahlen 2009 auf 19,3 Prozent. Bei den Regionalwahlen 2010 hatte die Lega die Führung der Regionen Veneto und Piemont erobert.
Weder eine Großdemonstration Mitte Oktober in Rom mit mehreren zehntausend Teilnehmern noch der überraschend hohe Nein-Stimmen-Anteil – trotz angedrohter Schließung – beim Referendum über das Vorstandsdiktat im Stammwerk Turin-Mirafiori (47 Prozent) noch der landesweite Streik von FIOM und linken Basisgewerkschaften am 28. Januar konnten Marchionnes Durchmarsch bislang stoppen. Die Kritiker des aggressiven Kurses im Unternehmerlager sind angesichts des erfolgreichen Vorgehens fast verstummt. Statt dessen finden sich immer mehr Nachahmer. Nach dem Schiffbauer Finmeccanica ist nun der Einzelhandel an der Reihe. »Das Modell Mirafiori erobert Carrefour«, titelte der Corriere della Sera Anfang Februar. Der französische Branchenriese wird ab Mitte April Entlohnung und Arbeitsorganisation seiner 23000 Beschäftigten in Italien selbstherrlich regeln können. Ziel ist die Einführung von Billiglöhnen und einer Spaltung der Belegschaft in Alt- und Neubeschäftigte. Für die gleiche Arbeit sollen die von 2006 bis 2009 Eingestellten erst nach acht Jahren das volle Festgehalt bekommen, während die nach 2009 angeheuerten Kräfte nur noch »variabel«, entsprechend der Ertragslage, bezahlt werden.