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Fernfahrerproteste in Italien

Das Kabinett von Mario Monti reagierte mit Drohungen. Innenministerin Annamaria Cancellieri warnte, man werde keine Straßenblockaden dulden. »Wir werden auf Dialog und Toleranz setzen, man muß aber auch die Rechte der Bürger berücksichtigen«, versuchte sie die Bevölkerung gegen die Streikenden aufzubringen. Die Regierung verfolge die Proteste aufmerksam. Eine zwingende Verpflichtung der Fernfahrer, die Arbeit wieder aufzunehmen, wird vom Innenministerium nicht ausgeschlossen. Die Straßenblockaden seien ungerechtfertigt, ergänzte Vizeverkehrsminister Mario Ciaccia. »Wir verstehen den Protest, das Streikrecht muß respektiert werden, doch man darf nicht gegen das Gesetz verstoßen«, sagte Premier Monti. Mit diesen Worten reagierte er auf einen Appell der EU, die sich über die Lage in Italien besorgt zeigte. EU-Kommissar Antonio Tajani warnte vor den Folgen der Proteste für den Güterverkehr in Europa. Viele Lastwagen nutzten die Routen durch Italien.

Frächterprotest legt Fiat lahm – Schäden in Millionenhöhe

Wegen Engpässen bei der Lieferung von Rohstoffen musste die Produktion in den Werken des Autobauers in ganz Italien eingestellt werden.

Frächterstreik: Brüssel interveniert

EU-Kommissar Antonio Tajani habe mit Innenministerin Anna Maria Cancellieri telefoniert, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit.

Dabei habe er vor den Folgen des Protests für den Güterverkehr in Europa gewarnt, weil viele Lastwagen die Routen durch Italien nutzten.

Die italienische Regierung habe zugesagt, alles zu tun, um die Straßenblockaden bald aufzuheben.

Frächterstreik sorgt für Chaos – Fernfahrer überfahren

Der Frächterstreik wurde von einem Unfall überschattet. Ein demonstrierender Fernfahrer wurde unweit der Stadt Asti in der Region Piemont von einem Lkw mit einem deutschen Fahrer am Steuer überfahren.

Innenministerin Annamaria Cancellieri warnte, die Regierung werde keine Straßenblockaden dulden. „Wir werden auf Dialog und Toleranz setzen, man muss aber auch die Rechte der Bürger berücksichtigen“, sagte die Ministerin.

Die Regierung verfolge die Proteste aufmerksam. Eine zwangsmäßige Arbeitseinberufung der protestierenden Fernfahrer wird vom Innenministerium nicht ausgeschlossen. Die Straßenblockaden seien ungerechtfertigt, sagte Vize-Verkehrsminister Mario Ciaccia.

Industriellenchefin Emma Marcegaglia verlangte die Räumung der Straßensperren.

Der Protest sei nur von einer kleinen Minderheit der Fernfahrer ausgerufen worden. „Diese Situation ist nicht tolerierbar“, so Marcegaglia.

Chaos durch Streiks und Proteste der Taxi- und Lastwagenfahrer

Mit Behinderungen und Blockaden an Dutzenden Mautstellen und Autobahnabschnitten protestieren die Transportunternehmer gegen hohe Treibstoffpreise, Versicherungskosten und angezogene Mautgebühren.

Sie wollen ihre Aktion noch bis Freitag fortsetzen, kündigten sie an.

Hunderte Lkw-Fahrer stellten ihre Fahrzeuge etwa auf den Autobahnen von Neapel nach Reggio Calabria im Süden oder zwischen Mailand und Venedig im Norden vor Mautstationen quer.

Das führte dort zu längeren Autoschlangen. Die Protestmaßnahmen weiteten sich damit von Sizilien aufs Festland aus.

Siziliens Frächter streiken – Engpässe bei Treibstoffversorgung

Lkw blockierten die wichtigsten Verkehrsadern der Insel, wie etwa die Schnellstraße zwischen Agrigent und Palermo. Die Sperren wurden auch am Freitag aufrechterhalten.

Wegen der Straßenblockade kam es zu Engpässen bei der Benzinversorgung. So gab es in Palermo kaum mehr Treibstoff. Unternehmen konnten ihre Waren nicht liefern.

Unter anderem kam es zu Versorgungsproblemen in der petrochemischen Anlage der Stadt Gela.

Tankstellen blieben in den großen Städten geschlossen, weil sie von den Frächtern nicht mit Treibstoff beliefert wurden. Auch in den Supermärkten kam es zu Engpässen bei der Warenversorgung.